Presseerklärung des Vorsitzenden der Freien Wähler Karlsruhe zum Bericht v. 24.9.2011 „KASIG läuft die Zeit davon“

Freie Wähler haben kein Verständnis für die Befürwortung unbegrenzter Vergeudung durch den Aufsichtsrat der KASIG.

Der Kommentar des Tages mit der Überschrift „unbequeme Wahrheiten“ resümiert geradezu die Informationen aus der jüngsten Aufsichtsratssitzung-KASIG, wobei dringend darauf hingewiesen werden  muss, dass diese von den Freien Wählern vor und nach den Bauvergaben für den Tunnel regelmäßig  und warnend ausgesprochen wurden.
Und der Vorsitzende betont es erneut, dass die unzureichende Qualität des Managements und der Kostenermittlungen dieses riesigen Vorhabens zeitlich und finanziell noch weitere unbequeme Wahrheiten zeitigen werden.

KARLSRUHE. Die Verlegung der Karlsruher Straßenbahn unter die Erde wird länger dauern und mehr kosten als geplant. Drei der fünf Baustellen in der Innenstadt lägen mehrere Monate bis zu einem Jahr hinter dem Zeitplan, sagte Bauleiter Uwe Konrath am Donnerstag.

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Laut Wirtschaftsblatt.at (23.02.2010 - 14.03) erhielt die Deutschland-Tochter des Salzburger Baukonzern ALPINE - Alpine Bau Deutschland AG, mit drei Konsortialpartnern (BEMO Beton- und Monierbau GmbH, GSB Universale Grund- und Sonderbau und FCC Construccion) allesamt aus dem spanischen Mutterkonzern FCC, den Zuschlag für den Rohbau des Karlsruher Stadtbahntunnel. Auftragsvolumen: 310 Millionen Euro.

„Alpine Bau Deutschland AG ist kein unbekanntes Unternehmen in Sachen Tunnelbau. Es ist beteiligt bei Projekt City-Tunnel Leipzig, dass Anfang des Monats bundesweit Schlagzahlen machte durch seine Bauverzögerung und die Kostenexplosion. So sollten die Züge ursprünglich bereits 2009 durch den City-Tunnel in Leipzig fahren. Jetzt wird es wohl erst Ende 2013 soweit sein. Gleichzeitig werden sich die Kosten von veranschlagten 572 Millionen auf knapp 900 Millionen fast verdoppeln. Wenn dies mal kein schlechtes Ohmen ist?“, so Freie Wähler Stadtrat Jürgen Wenzel.

bauarbeitenkaiserstrasse.jpgDie Grüne Gemeinderatsfraktion kritisiert die aus ihrer Sicht völlig übereilte Vergabe der Rohbauarbeiten für den Stadtbahntunnel als unverantwortlich und hoch riskant. "Es ist uns unbegreiflich, wie die KASIG-Geschäftsführung und die Mehrheit des Aufsichtsrates angesichts der zahlreichen noch offenen finanziellen und technischen Fragen einer Vergabe zustimmen konnten“, so Fraktionssprecherin Bettina Lisbach und der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Johannes Honné. Beide sind für die Grünen im Aufsichtsrat vertreten. Noch vor wenigen Tagen hatten sie Aufsichtsratsvorsitzende Mergen um umgehende Klärung der vom Bundesverkehrsministerium aufgeworfenen Fragen und um Bearbeitung der vom Ministerium erteilten Prüfaufträge gebeten. "Statt einer Antwort erhielten wir jetzt die Mitteilung, dass der Auftrag vergeben und der Vertrag unterschrieben ist."

Ganz offensichtlich interessieren Sachargumente jetzt überhaupt nicht mehr. "Mit Brechstange und Kettensäge sollen jetzt so schnell wie möglich Tatsachen schaffen werden, wohl mit dem Ziel, jede weitere Kritik und Zweifel am Projekt zu ersticken" so Lisbach und Honné. Aber genau das wird nach Überzeugung der Grünen nicht gelingen.

baum22.jpgSchutz vor Feinstaubbelastung notwendiger denn je, Ersatzpflanzungen ersetzen Schutzfunktion der Bäume nur bedingt - Motorsäge darf Ergebnis von Planungsverfahren nicht vorweg nehmen
Karlsruhe. Die seitens der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) angekündigten Baumfällungen entlang der Karlsruher Kaiserstraße schaden dem Ziel der Luftreinhaltung, so das Fazit des BUND Ortsverband Karlsruhe. Lange wurde das nun angekündigte "Abholzen für die Kombilösung“ bestritten, inzwischen ist bekannt, dass zusätzlich zu den bereits im vergangenen Jahr gefällten 4 Bäumen gegenüber des Kronenplatzes in den nächsten Tagen weitere 10 am Kronenplatz und 12 zwischen Marktplatz und Ritterstraße folgen werden. Damit wird es aber nicht genug sein. Es sollen nach den Plänen der Kombilösung noch über 100 weitere Bäume fallen.