oberirdischeentlastung.jpg"Uns ist sehr daran gelegen, eine sachliche Auseinandersetzung über Sinn und Unsinn der U-Strab zu führen", so Peter Theilacker, Inhaber der Stadtapotheke in der Karlstraße und Vertrauensperson im Bündnis "Stoppt das Millionengrab". Das Aktionsbündnis sammelt derzeit 20.000 Unterschriften, um einen dritten Bürgerentscheid zur "U-Strab" herbeizuführen und damit das Projekt in letzter Minute noch zu stoppen.

"Wir diskutieren intensiv mit den Menschen, die in unsere Geschäfte und an unsere Stände kommen. Und gerne suchen wir auch die Auseinandersetzung mit dem Oberbürgermeister. Wenn der unser Bündnis aber, ohne jemals mit uns gesprochen zu haben, öffentlich als eine Kampagne von Lügnern hinstellt, sind die Voraussetzungen für einen fairen Dialog mehr als ungünstig."
"Statt Volksnähe und Dialogbereitschaft sieht Fenrich offenbar nur noch den Weg, seine Gegner zu verunglimpfen. Von einem Stadtoberhaupt hätten wir mehr Fairness und Souveränität im Umgang mit Andersdenkenden erwartet", so Hartmut Weinrebe, Regionalgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), einer der zahlreichen Gruppierungen, die sich dem Bündnis angeschlossen haben. Die "U-Strab"-Gegner reagierten damit auf die jüngsten Äußerungen Fenrichs anlässlich einer Feier der Bürgergemeinschaft Nordweststadt.

"Die U-Strab-Gegner haben es doch überhaupt nicht nötig, Unwahrheiten zu verbreiten", sind die im Bündnis zusammengeschlossenen Gruppen und Privatpersonen überzeugt. "Die 588 Millionen für die Kombilösung und ein
städtischer Eigenanteil von mindestens 173 Millionen sprechen doch für sich." Hinzu komme eine sieben Millionen Euro schwere Werbekampagne sowie weitere Millionen Euro für mögliche Projektrisiken, die in den bisher kalkulierten Kosten noch nicht enthalten sind. Die Bürgerinnen und Bürger wissen genau, dass am Ende sie die Zeche bezahlen müssten - ob über ihre Steuern, über die Energiepreise bei den Stadtwerken oder über erhöhte Fahrpreise bei den Verkehrsbetrieben. "Und genau das wollen die Menschen nicht, wie sie uns immer wieder bestätigen, wenn sie an den Ständen und Geschäften unterschreiben".

Das Bündnis fordert, dass endlich ein transparentes Finanzierungskonzept für die Kombilösung auf den Tisch kommt. "Das wäre eine vernünftige Entscheidungsgrundlage bei einem dritten Bürgerentscheid. Dann wissen Karlsruherinnen und Karlsruher endlich, was auf sie zukommt und können wählen, ob sie die U-Strab unter diesen Voraussetzungen wollen oder nicht", so Theilacker und Weinrebe.

Stattdessen setzten die Stadtverwaltung und KASIG auf Verschleierung.Anstatt zu sagen, wo die zusätzlichen Einnahmen zur Finanzierung der Kombilösung herkommen sollen, behaupteten sie, dass das Geld ausschließlich innerhalb der städtischen Gesellschaften erwirtschaftet werde und dass der städtische Haushalt damit nichts zu tun habe. Den Beweis dafür erbringen sie aber nicht. Insgesamt fehle es an klaren Informationen; Werbesprüche habe man dagegen schon genug gehört.

Das Bündnis mahnt an, es sei höchste Zeit, sich mit bezahlbaren Alternativen zur Verbesserung der Situation in der Kaiserstraße zu beschäftigen. Dazu gehöre auch die Straßenbahn in der Kriegsstraße, die aller Voraussicht nach auch ohne den teuren Autotunnel realisierbar ist. "Anstatt uns gegenseitig zu beschimpfen, sollten wir gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zur Stadtentwicklung suchen", so die Forderung des Bündnisses an Oberbürgermeister Fenrich.

Bündnis "Stoppt das Millionengrab