„Dass der OB gegen eine neue Abstimmung ist, wussten wir auch vorher schon“, kommentiert Johannes Honné, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion, die Vorwürfe von OB Fenrich gegen das Bündnis für ein Bürgerbegehren gegen die U-Strab. „Offenbar gibt es keine rechtliche Handhabe gegen das angestrebte Bürgerbegehren, stattdessen verrennt sich der OB in Behauptungen.“

"Wenn der OB sagt, ein Bürgerentscheid habe keine Aussicht auf Erfolg, so schließe ich daraus zunächst, dass er immerhin annimmt, dass für das vorausgehende Bürgerbegehren tatsächlich die nötigen 20.000 Unterschriften zusammen kommen.", so Alexander Geiger, Fachsprecher für Bürgerbeteiligung. In der Tat hätten schon die ersten Tage gezeigt, dass viele Leute nicht nur selbst unterschreiben, sondern vor allem leere Listen mitnehmen, um im eigenen Bekanntenkreis zu sammeln. "Das ist wichtig um diese hohe Summe von rechtsgültigen Unterschriften zusammen zu bringen. Der hohe Grad an Zuspruch, den das Bündnis gegen die U-Strab trotz der momentanen Schulferien bisher erfahren hat, stimmt uns optimistisch", so Geiger.

Zu der Aussage, die Arbeiten hätten längst begonnen, kontert Honné mit der Bemerkung, dass bisher lediglich Peanuts ausgegeben wurden, im Vergleich zu den Gesamtkosten von offiziell zugegebenen rund 600 Mio. EUR, die "sicher nicht das Ende der Fahnenstange" seien. Allein die Zinsen für die sicher nötigen riesigen Kredite würden das Budget sprengen.
Honné betont, das Ausschreibungsprozedere für die Haupt-Arbeiten des Vorhabens sei eben noch nicht abgeschlossen und der offizielle Baubeginn erst für nächstes Jahr geplant.

Auch die Aussage, der Nutzen des Projekts stehe unzweifelhaft in einer vernünftigen und vertretbaren Relation zu den Kosten, wundert Honné. "Gute Projekte haben mindestens ein Nutzen/Kosten-Verhältnis von 2, bei der U-Strab werden aber schon geringe Mehrkosten dazu führen, dass es unter 1 fällt und keine Zuschüsse mehr möglich sind."

"In der Tat wendet sich der Bürgerentscheid nur gegen die U-Strab, weil nur dieser Teil der Kombilösung in der Bevölkerung abgelehnt wird", so Honné. "Aber man sollte nicht so tun, als ob dann der Umbau der Kriegsstraße nicht mehr möglich wäre. Ohne den Autotunnel, in dem nur 30 % der Kfz fahren werden, wären die Kosten für eine Straßenbahn in der Kriegsstraße erheblich kleiner." Umgekehrt garantiere der Bau der UStrab noch lange nicht, dass der Kriegsstraßenumbau tatsächlich folge. Die GRÜNEN weisen außerdem darauf hin, dass das Land seinen Zuschuss in Form einer Festkostenfinanzierung in Höhe von 100 Mio. Euro nach oben gedeckelt habe. Der Bund habe bisher nur einen Zuschuss von 178 Mio. Euro bewilligt und die Bezuschussung des Kriegsstraßenumbaus offen gelassen. Der Umbau der Kaiserstraße in eine schienenfreie „Flaniermeile“ sei im Übrigen weder Teil der Genehmigungsverfahren noch der Zuschussanträge gewesen.

Gegenüber den Aussagen im Vorfeld des Bürgerentscheids 2002 hat sich der Kostenanteil der Stadt schon jetzt mehr als verdoppelt. In Anbetracht der schlechten Finanzlage der Stadt sei es dringend notwendig, das Projekt jetzt auf den Prüfstand zu stellen.