Leserbrief zu den anhaltenden Problemen mit der Kombilösung

Der Protest gegen die spürbaren Auswirkungen des U-Strab-Baues wird immer heftiger und lauter. Am vorvergangenen Mittwoch wurde die Fahrt von der Waldstadt zum Kronenplatz zum großen Ärgernis. Die Fahrt, die knapp zehn Minuten dauert, war nach 35 Minuten geschafft. Leute schimpften lauthals auf die Verursacher des Baues und wollten unterwegs aussteigen.

Eines ist sicher, eine Erhöhung der Fahrpreise ist nicht mehr gerechtfertigt. Die vielen Betriebsstörungen, die hinzukommen, lasen zeitweise keinen geregelten Verkehr mehr zu. Wer Termine einzuhalten hat, der ist über dran. Viele fragen sich: Wie soll das bis zum Ende der Bauzeit 2019 weitergehen?

Zu „Externe Büros überwachen die Bauarbeiten“:
Nun war endlich Premiere des Theaterstücks „Entschuldigung, es kostet etwas mehr“. Weitere Aufführungen in gleicher Besetzung und ähnlicher Dramaturgie werden folgen. Der Informationspavillion steht ja in der Nähe des Theaters, was für ein Symbol. Die nächste Aufführung findet bestimmt dort statt. Aber das ist ja nicht weiter berichtenswert, hat doch jeder damit gerechnet – und damit müssen wir eben leben.

Das sind die Adjektive für die Karlsruher Kommunalpolitik. Hier soll für ein U-Bähnchen Geld verschwendet werden, das bei anderen Verkehrsprojekten im Land fehlt, und damit ist nicht Stuttgart 21 gemeint. Das Projekt ist genauso unsinnig. Es fehlt bei beiden Projekten der stichhaltig nachgewiesene wirtschaftliche Nutzen. Beide Projekte dienen nur dem Prestige der jeweiligen Stadt. Das ist unsozial angesichts der wirklich wichtigen Aufgaben von Bund, Land und Gemeinden. Diese Gelder wären besser im Ausbau der Rheintalbahn investiert, ein Verkehrsprojekt das wirklich einen wirtschaftlichen Nutzen hat.

Endlich gibt es nun Herr Casazza zu:

·        „Die Kombilösung funktioniert nur in Kombination mit der Kriegsstraße, die als neue Ost-West-Verbindung zu einer Entlastung führt." Und:

·        „So sei beispielsweise längst klar, dass die Zahl der Bahnlinien, die unter dem Marktplatz durchfahren, von derzeit (oberirdisch) 18 auf künftig (unterirdisch) 13 sinke."

Das heißt aber nichts anderes, als dass das von den Grünen beauftragte Büro „Vier-egg& Rössler" uneingeschränkt Recht hat, während Casazza und Fenrich sowohl den Bürgern als auch den Zuschussgebern Bund und Land jahrelang einen Bären aufgebunden haben:

Die Stadtwerke Karlsruhe erhöhen lt. Pressemitteilung die Gaspreise zum 1.4.2010 um rund 12%. "Der Anstieg der Ölpreise auf den internationalen Energiemärkten seit dem letzten Herbst treibt für die Stadtwerke die Einkaufspreise für Erdgas in die Höhe", so die Begründung.

Mit den gestiegenen Rohölpreisen allein lässt sich diese massive Preiserhöhung nicht erklären. Der Verdacht liegt nahe, dass hier bereits ein "Zuschlag für die Kombilösung" eingerechnet wird, schließlich gibt es bei den Stadtwerke Karlsruhe lt. Herr Rosemann und Herr Unnerstall noch zwei weitere preisbildende Faktoren - die Defizite der Verkehrsbetriebe und die Renditeerwartungen der beiden Gesellschafter THÜGA und EnBW. Innerhalb der Holding (KVVH) sind die Stadtwerke der Goldesel und tragen neben den Verlusten der KVV auch noch die der Bäderbetriebe (KBG) und der KASIG. Weiterhin fließen durch die Konzessionsabgabe jährlich über 20 Millionen Euro direkt in die Stadtkasse.