Richtig ist, dass die Anbindung an die neue Südoststadt nicht sonderlich glücklich ist, weil zu weit entfernt, und die Bankleute wohl eher selten die Straßenbahn benutzen. Eine Weiterfahrt in die
Rüppurrer Straße Richtung Hauptbahnhof wurde bei dieser Trasse nicht ermöglicht (obwohl von den angeblichen Nur-Nein-Sagern gefordert). Die vom Bahnhof kommenden Schüler hatten bereits bislang eine gute Straßenbahnanbindung, die jedoch wegen der Kombilösung-Baumaßnahmen am
Kronenplatz zurzeit nur teilweise benutzbar ist. Die neue Trasse wird allerdings für viele Jahre während der Kombilösung-Bauzeit tatsächlich zwingend zur Umfahrung nötig sein.

Die Behauptung des OB, dass das Land die Kombilösung „für besondere Fälle“ über den festgesetzten Betrag hinaus finanziell fördert (denn sonst hätte er den Vertrag angeblich nicht unterschrieben), ist nicht richtig. Denn auch er war beim Spatenstich der Kombi-Lösung am 21. Januar 2010 anwesend, wo der damalige Ministerpräsident Oettinger zu eventuellen Mehrkosten wörtlich sagte: „Wenn es im Verlauf der Baumaßnahmen zu nicht vermeidbaren, aber bisher nicht erkennbaren Mehrkosten kommt, dann wird das Land Baden-Württemberg auch für einen prozentualen Anteil an den Mehrausgaben durch mich und meine Nachfolger und alle Behörden gesprächsfähig sein.“

Neben dem Oettinger-Zitat findet sich auch im Bericht aus dem Petitionsausschuss (Drucksache 15/587, S. 17) mit Berichterstatter Groh, Karlsruher CDU-Landtagsabgeordneter, zur Kombilösung folgendes: „Die vorgesehene Zuwendung in Höhe von 100,8 Millionen Euro stellt grundsätzlich eine Festbetragsfinanzierung dar, wie sie vom Landesrechnungshof immer wieder gerade bei Prüfungen von Fördervorhaben im öffentlichen Personennahverkehr angeregt worden ist. … Erst nach dem Abstimmungsprozess mit dem Bund kann auch das Land prüfen, ob, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Höhe die unabdingbaren, zuwendungsfähigen Mehrkosten gefördert werden können.“
Von einer festen Zusage des Landes der Förderung bei Mehrkosten der Kombilösung dürfen also auch beim größten Wohlwollen für die Erfolgsgeschichte des ÖPNV in Karlsruhe weder eine Staatssekretärin noch ein Oberbürgermeister sprechen.

Harry Block
Fritz-Erler-Straße 11