Es ist anmaßend, das Grundrecht des Bürgerentscheides als sinnlos zu bezeichnen. Darüber hinaus ist es höchst spekulativ, dass dieser Entscheid keine Aussicht auf Erfolg habe. Liest man in dem Artikel Ihre Aussagen, so muss der Leser annehmen, dass der Oberbürgermeister von Karlsruhe nach den Grundsätzen von Murphys Law regiert: Heute stehen wir am Rande des Abgrundes. Morgen wollen wir einen entscheidenden Schritt nach vorne tun!

Sie werden mit der Aussage zitiert: "Die Uhren für die Kombilösung stehen auf fünf nach zwölf". D.h., Sie selbst scheinen das Desaster schon zu erahnen, was durch dieses "Jahrhundertprojekt" angerichtet werden wird.

Ihre angeblich laut BNN vom 1.9. "gesicherten Erkenntnisse" liegen alle in der Zukunft und es bleibt abzuwarten, ob sie denn so eintreten werden. Oder hatten sie etwa die Finanzkrise auf dem Zettel, die weltweit Finanz- und Anlagenexperten nur noch mit allergrößter Vorsicht agieren lassen und im Zuge derer Großprojekte als nicht mehr finanzierbar gestrichen werden. Oder wissen Sie heute schon, in welcher Höhe Sie Steuereinnahmen für die Haushalte in 2010 und 2011 ansetzen können?

Neben all diesen unsicheren Erkenntnissen, mit denen Sie zu tun haben werden, stört mich vor allem Ihr Stil, mit dem Sie Karlsruhe regieren, nämlich hochherrschaftlich. Sie sind laut Auftrag im Amt des Oberbürgermeisters ein auf Zeit gewählter Volksvertreter. Stattdessen treten Sie das Volk und dessen Meinung mit Füßen.

Mein Appell geht an Sie als oberster Finanzverwalter der Stadt Karlsruhe, dafür Sorge zu tragen, dass weiterer finanzieller Schaden von den Bürgerinnen und Bürgern ferngehalten wird, indem vor Durchführung und Abschluss des Bürgerentscheids, dessen Ausgang – da bin ich mir sicher – die Ablehnung dieses Jahrhundertwahnsinns zum Ergebnis haben wird, keine zur Zahlung verpflichtenden Leistungen mehr vergeben werden.

gez. Heinz Schammert