RICHTIG ist, dass die Kriegsstraße zusammen mit der U-Strab auch "stirbt", denn sie ist technisch wie finanziell derzeit eng mit ihr verbunden.

FALSCH ist aber so manches andere, was behauptet wird:

Dass sie dann 185 Mio. Euro kostet, ist so nicht richtig, denn ohne U-Strab entfällt mindestens die Notwendigkeit, die heutige Unterführung am Ettlinger Tor abzureißen und ein neues, sehr teures Kombibauwerk zu errichten.

Nur die halbe Wahrheit ist es, ständig auf die kläglich gescheiterte standardisierte Bewertung der Solo-Kriegsstraße 1998 zu verweisen und zu behaupten, auch heute bekäme sie keinen Cent Zuschuss, denn:

  • 1998 wurde sie noch ohne ECE, Scheck-In und Landratsamt geplant
  • 1998 wurde sie noch ohne Unterführung am Mendelssohnplatz geplant 

Wer unverändert bauen möchte (das ginge vielleicht, der Bebauungsplan ist rechtlich unabhängig von der U-Strab), müsste sich um Kostenwahrheit bemühen und für die Anteile für "Autoförderung" (neue Unterführungen) und "Stadtreparatur" (weg mit der Schneise Stadtautobahn) passendere Förertöpfe suchen, dann ist der Anteil "Straßenbahn" mit Sicherheit aus dem ÖV-Topf finanzierbar.

Das war bereits 2002 "Plan B", siehe große Broschüre von 2002.

Aber vielleicht sollte man auch anders bauen = besser bauen? Autos in der heutigen Anzahl in einer Innenstadt sollte man hinterfragen dürfen. Lärm, Abgase, CO2, Platzverbrauch, Unfallgefahr, Störung allgemein sind Argumente, um darüber nachzudenken, ob man sie in dieser Zahl will. Neue Grenzwerte bei Lärm, Feinstaub und diversen Schadstoffen machen eine Reduktion des Autoverkehrs sowieso nötig.Vom gerade in Aufstellung befindlichen Verkehrsentwicklungsplan könnten wichtige Impulse ausgehen für den Karlsruher Verkehr, vielleicht auch eine kleinere Kriegsstraße!

Da der Umbau der Kriegsstraße innerhalb der Kombilösung sowieso erst 2014-2019 vorgesehen war, muss ein Umbau noch keine Zeitverzögerung bedeuten.

Bliebe noch die Frage nach einer bahnfreien Fußgängerzone ohne Stadtbahntunnel:

Ganz klar: Nein, das ist sinnvoll nicht möglich!

Sollte ein U-Strab-Gegner sowas versprechen, spricht er nicht im Sinne der sich am Bündnis beteiligenden Institutionen.

Aber es ist auch nicht nötig, denn viele Städte beweisen, dass Bahnen in Fußgängerzonen gut funktionieren. In Frankreich wird sowas reihenweise neu gebaut, u.a.in Strasbourg, wo es eine ähnliche Belastung an Zugzahlen gibt, bloß rein Niederflur und nicht doppelt, Das kriegen wir in Karlsruhe mit wohldosierten Entlastungsmaßnahmen auch hin!

Im Detail auf meiner Webseite

Heiko Jacobs