„Die Freien Wähler Karlsruhe fühlen sich durch die neueste Hiobsbotschaft zu den Kosten der Kombilösung in ihrer wiederholt ausgesprochenen Warnung vor den bisherigen KASIG – Kostenermittlungen bestätigt. Das ehrgeizige  Vorhaben der Fenrich-Ära wird sicher, wenn überhaupt, mit über 1 Milliarde abgerechnet“, so ihr Vorsitzender Lars Dragmanli.
 
Folgende Historie sei in Erinnerung gerufen: Das Vorhaben wurde dem Steuerzahler anfänglich für rund 500 Mio  € vorgestellt. Die aktuell veröffentlichte Summe beträgt rund 900 Mio. Also eine Kostensteigerung von rund 80%.
 
„Es wurden bisher ziemlich normale Hoch- und Tiefbauleistungen in Tagebau erbracht und mit dem problematischen Teil des Tunnelbauwerks noch nicht begonnen. Das bedeutet, dass weitere Mehrkosten wg. Unvorhergesehenem  bereits einprogrammiert sind“, ist sich Jürgen Wenzel, Stadtrat der Freien Wähler sicher und weißt darauf hin, dass der Kriegsstraßenumbau in der Gesamtkostenermittlung lediglich als Kostenschätzung ist und nicht als verlässliche Kostenberechnung enthalten. Bei der bisher bekannten Qualität der Kostenschätzungen des Vorhabens sind Mehrkosten uns sicher. Es könnten Wetten darauf abgeschlossen werden, dass die nächste Hiobs-Veröffentlichung des Oberbürgermeisters um 100 Mio. höher liegen wird.
 
Für die Freien Wähler ist der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe mit kaufmännischer Kompetenz zeichnet für diese Kostenentwicklung fachlich und der Aufsichtsrat der KASIG politisch wie persönlich verantwortlich. Warum Herr Casazza das Weite suchen durfte und die Politik dem zugeschaut hat, erklärt sich nun von selbst.
 
Für Dragmanli und Wenzel ist die Moral der Geschichte: „Ein für Karlsruhe einmaliges, besonders inkompetent geplantes Bauvorhaben, legt nicht nur den Stadtkörper und  den Kommerz für 10 Baujahre lahm, sondern auch den städtischen Haushalt“.
 
Beide sind sich sicher, die zu einer Katastrophe neigende Kostenentwicklung verstößt eklatant gegen die GemeindeHaushaltsVerordnung GemHVO, findet aber dennoch die volle Zustimmung der Gemeinderatsmehrheit.
 
„Ein Oberbürgermeister, der mit einem großen Vertrauensvorschuss gestartet ist, identifiziert sich mit dem Vorhaben, das er verteidigt, aber offensichtlich nicht beherrscht. Das ist Fenrichs Linie 1 zu 1.
Die Freien Wähler Karlsruhe sind einmal mehr davon überzeugt, dass die Kostentransparenzdieses Bauvorhabens erst dann gewährleistet wird, wenn ein kompetentes, unabhängiges Kostensteuerungsteam wie Drees und Sommer umgehend in das Vorhaben eingebunden wird“, so Dragmanli.
 
Für Wenzel steht fest, dass die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf hat zu erfahren, welches Kosten- wie Baurisiko sie noch eingeht und wie und von wem die Mehrkosten (mit) getragen werden und ob das Vorhaben noch förderfähig ist.
 
In diesem Zusammenhang muss auch vor den Wahlen die kommunalpolitische Frage erlaubt sein, ob die Investitionen der mittelfristigen Finanzplanung  in die Modernisierung des Klinikums, des Staatstheaters, des Stadions, der Schulbauten und der Verkehrsinfrastruktur von der Kombilösung aufgefressen werden.